48. Produktion der Neuburger Kammeroper e. V.

23., 24., 29., 30. und 31. Juli 2016 um 20.00 Uhr im Stadttheater Neuburg/Donau

 

ABENTEUERLUST

(Joconde oder Les Coureurs d’aventures)

Opéra-comique in 3 Akten - Uraufführung: 28. Febr. 1814

 

Libretto von Charles Guillaume Etienne

Musik von Nicolas Isouard

(1775 Malta - 1818 Paris)

 

Personen:

Robert, Graf von Martigue

Karsten Münster

Joconde, Vertrauter des Grafen

Patrick Ruyters

Lysandre, Freund der gräfl. Familie

Michael Hoffmann

Mathilde, Comtesse, Roberts Verlobte

Annika Liljenroth

Edile, ihre Freundin, Jocondes Verlobte

Astghik Khanamiryan

Jeannette, Bauernmädchen

Janina Pudenz

Lucas, Bauernbursche

Wolfgang Veith

Dorfrichter

Horst Vladar

 

 

Musikalische Leitung

Alois Rottenaicher

Korrepetition

Su-Jin Kim

Choreinstudierung

Norbert Stork

Bühnenbild

Michele Lorenzini

Inszenierung

Horst Vladar

 

Herren und Damen der Schlossgesellschaft, Bauern und Bäuerinnen - Der Chor der Neuburger Kammeroper

 

 

Es spielt das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes e. V. München

 

Die Handlung spielt im Mittelalter in der Provence. Graf Robert und Joconde, sein Vertrauter, halten zu Unrecht Gräfin Mathilde und deren Freundin Edile, ihre Verlobten, für untreu. Sie beschließen deshalb enttäuscht, sich als Troubadoure durch die Lande ziehend am weiblichen Geschlecht zu rächen. Doch Lysandre, der gemeinsame Freund der vier, verrät besorgt den Plan. Die Frauen folgen den Abenteuerern als Zigeunerinnen verkleidet.

In einem nahe gelegenen Dorf rüstet man zum Rosenfest, bei dem das unschuldigste Mädchen zur Rosenkönigin gekrönt wird. Die hübsche Jeannette liebt zwar schon ihren Lucas, will aber trotzdem unbedingt den Preis erringen. Sie gerät an die „Troubadoure“, die sie begeistert umwerben, versteht es aber geschickt, sie hinzuhalten. Der kauzige Dorfrichter, der das beobachtet hat, lässt die Abenteurer über Nacht einsperren, auch weil sie von den wahrsagenden „Zigeunerinnen“ als Betrüger bezichtigt werden. Als der Graf sein incognito lüftet, wird er nur ausgelacht. Am Morgen des Rosenfestes kommen Gräfin Mathilde und Edile als Gäste, decken alles auf und verzeihen den reuigen „Troubadouren“. Zähneknirschend muss Robert die „unschuldige“ Jeannette zur Rosenkönigin krönen.

 

Nicolas Isouard (1773 - 1818), ein gebürtiger Malteser begann 1794 seine Karriere als Komponist von Opern in Florenz, blieb dann aber wegen der Revolutionswirren in seinem Heimatland als Organist. Doch schon ab 1800 gab man in Paris seine Opern. Dort freundete er sich mit dem erstklassigen Librettisten F. B. Hoffmann an („Der Schatzgräber“ NKO 1983) an. Durch seine Freundschaft mit Ch G. Etienne, einem weiteren herausragenden Dichter, kam es zu einigen Spitzenwerken der Opéra comique, wie „Jeannot et Colin“ (1814), „Abenteuerlust“ (1814; NKO 2016) und „Wer für wen?“ (1816; NKO 1996). Er gehört zu den Meistern, die der Gattung ihre endgültige Form gegeben haben.

Karikatur von H. Daumier

 

Ch. G. Etienne (1777 - 1845) begann 1799 seine Karriere als Bühnenautor. 1801 schrieb er z. B. für  H. M. Berton „Die große Trauer“ (NKO 2009). Zwei weitere Werke fanden die wohlwollende Anteilnahme Napoleons, und Etienne wurde Chefredakteur des Journal de l’Empire. 1808 begann die Zusammenarbeit mit seinem Freund N. Isouard, mit dem er 10 Bühnenwerke – darunter 1816 „Wer für wen?“ (NKO 1996) und „Joconde“ (NKO 2016) – schuf. 1820 wurde er zum Abgeordneten gewählt und 1839 sogar zum Pair de France ernannt. Mit seinen Werken trug er entscheidend dazu bei, die Opéra comique während des Empire in die klassischen Bahnen der alten Komödie zurückzuführen.