Die Neuburger Kammeroper e. V.

hat es sich zur Aufgabe gemacht, (fast) unbekannte Opern zur Aufführung zu bringen.

Sie zeigt als 49. Produktion

 im Stadttheater Neuburg/Donau am

22., 23., 28., 29. und 30. Juli 2017

Vorverkauf ab dem 15. März 2017

 

Arzt wider Willen

       ( „Il medico a suo dispetto, ossia La muta per amore“)      

Farsa in einem Akt - Uraufführung: Venedig 15. Juli 1800

Libretto nach Moliere von Giuseppe Maria Foppa

Musik von Francesco Gardi

(um 1760 - ca. 1810 Venedig)

Ü: Annette und Horst Vladar

 

Personen:

Fiorina, liebt Giocondo

Denise Felsecker

Tarabara, Kräutersammler

Joachim Herrmann

Giocondo

Semjon Bulinsky

Luca, Vater der Fiorina

Horst Vladar

Armellina, Frau des Tarabara

Laura Faig

Finocchio, Diener bei Luca

Wilfried Michl

   

Musikalische Leitung

Alois Rottenaicher

Korrepetition

Su-Jin Kim

Bühnenbild

Michele Lorenzini

Inszenierung

Michael Hoffmann

 

und

Alles verhext?!

  ("L’incantesimo senza magia“)

Farsa in einem Akt - Uraufführung: Venedig 09. Dezember 1800

Libretto von Giuseppe Maria Foppa

Musik von Francesco Gardi

(um 1760 - ca. 1810 Venedig)

Ü: Annette und Horst Vladar

 

Personen:

Avorio, Vormund der

Michael Hoffmann

Corinna, versprochene Frau des

Laura Faig

Don Tirante

Joachim Herrmann

Ernesto, liebt Corinna

Semjon Bulinsky

Dorina, Dienerin bei Corinna

Denise Felsecker

Lumino, Diener bei Avorio

Wilfried Michl

   

Musikalische Leitung

Alois Rottenaicher

Korrepetition

Su-Jin Kim

Bühnenbild

Michele Lorenzini

Inszenierung

Horst Vladar

Es spielt das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes e. V. München

http://www.aov-muenchen.de/cms/

 

Arzt wider Willen - Inhalt:

Eine von ihrem Mann geprügelte junge Frau rächt sich, indem sie ihn einem wegen der plötzlichen Stummheit seiner Tochter verzweifelten Vater gegenüber als fantastischen Arzt ausgibt. Das werde er aber nur bekennen, wenn man ihn dazu prügelt. Der Vater ergreift diesen „Rettungsanker“, und tatsächlich gesundet seine Tochter. Sie ertrotzt aber mit vielen Tricks, der Hilfe von Bediensteten und der Schlauheit ihres Geliebten die Zustimmung des Alten zur ersehnten Heirat. Auch der zum Doktor Geprügelte kann sich mit seiner Frau wieder versöhnen.

 

Alles verhext?! - Inhalt:

Wieder einmal hat ein Vormund für sein Mündel Dorina, die sich längst anderweitig verliebt hat, eine für ihn vorteilhafte Ehe beschlossen. Der von ihm Erwählte ist ein eitler, dummer, reicher Mann aus der Nachbarstadt. Als er zur Brautwerbung kommt, umgarnen ihn hübsche Frauen. Der Dummkopf fällt darauf rein - obwohl ihm für Untreue von Brüdern und Onkeln der Damen böse Rache angedroht wird. Total verwirrt ist er, als ihm im Haus des Vormunds alle diese Leute in anderer Identität entgegentreten. Dass alle Freundinnen und Freunde des Mündels und ihres Geliebten sind, bemerkt er erst, als er entsetzt aus dem Haus flieht. Er ist heilfroh, dass er unverletzt abreisen kann. Zurück bleiben glückliche Paare und ein geprellter Vormund.

 

 

Gardi, Francesco

wurde um 1760 in Venedig geboren. Über seine Kindheit, seine Ausbildung, die er vermutlich in seiner Heimatstadt erhielt, wissen wir fast nichts. Er war zwischen 1787 und 1791 an einem (Armen-)Hospiz als Musiklehrer, später auch als Kapellmeister tätig. Als Mitglied der Accademia filarmonica in Bologna machte er sich einen Namen als Opernkomponist. Seine überwiegend komischen, einaktigen Werke, zu denen oft Giovanni Bertati und Giovanni Maria Foppa die witzigen Libretti schrieben, zeichnen sich durch Frische und Eleganz aus. Nach seinem Debut 1786 in Modena wurden seine bis 1806 komponierten Opern in ganz Oberitalien, vor allem aber in Venedig aufgeführt. Dort starb er auch um 1810. Die Oper „Il nuovo convitato di pietra“ („Der neue steinerne Gast“), die den „Don Giovanni“-Stoff behandelt und einige Monate vor Mozarts Meisterwerk in Venedig uraufgeführt wurde, sicherte ihm wenigstens einen Platz in der Musikwissenschaft.

 

Giuseppe Maria Foppa

(*1760 - † 1845 in Venedig) erhielt seine Erziehung in Venedig in einem Jesuiten-Kolleg, wurde dann Archivbeamter und bekleidete später verschiedene Regierungsposten. Er war ein begehrter Autor, schrieb Novellen, Lyrik und über 100 Libretti, die meist für die komische Oper bestimmt waren und sich durch Gags, Slapstick, Witz und Humor auszeichnen. Sie verraten, dass sich Foppa oft von der commedia del’arte inspirieren ließ. Libretti bei der NKO: Fioravanti - „Die Dorfsängerinnen“ 1973, Paer - „Der Hitzkopf“ 2015 und Bernardini - „Schlaukopf und Dickschädel“ 2015.

 

 

Pressestimmen zur Produktion 2016:

Das begeisterte Publikum belohnte am Schluss der Vorstellung alle Mitwirkenden mit starkem, nicht enden wollendem Beifall, wobei *Horst Vladar*, die „Seele der Neuburger Kammeroper“ mit Jubelschreien gefeiert wurde.

/ Udo Pacolt/ in: http://der-neue-merker.eu/neuburg-donau-abenteuerlust-von-nicolas-isouard-geb-1755

 

Die Neuburger Kammeroper hat in den letzten Jahren wahre Glanzleistungen gezeigt, und so waren die Erwartungen in die diesjährige Ausgabe hoch gespannt. Würde es möglich sein, an die großartigen Erfolge der vergangenen Aufführungen anzuknüpfen? Mit dem Dreiakter „Abenteuerlust“ aus dem Jahre 1814 (Libretto: Charles Guillaume Etienne; Musik: Nicolas Isouard) hat man ein Stück ausgewählt, das alle Voraussetzungen dafür bietet: ein turbulentes, mit allen Zutaten damaliger Klischees angereichertes Handlungsmuster, eine spritzig-elegante und fantasievolle Musik.

 

Original, originell und möglichst authentisch: Das sind die Qualitätsmerkmale der Neuburger Kammeroper. Der Zuschauer wird nicht belehrt, manipuliert oder missioniert. Es stellt sehr zufrieden fest, dass die Verantwortlichen der Versuchung widerstehen, den Stücken ein modernes Sujet zu verpassen und davon absehen, die Darsteller mit Jeans oder Büroanzügen agieren zu lassen. Statt dessen erleben wir ein verschwenderisches Kostümaufgebot, eingerahmt von einem prächtigen Bühnenbild – ein Fest für die Augen! Michele Lorenzini überrascht jedesmal mit neuen Ideen und reizenden Details.

25. Juli 2016 Augsburger Allgemeine/Neuburger Rundschau (Klaus Hopp-Wiel)

 

Wieder einmal zeigt die Neuburger Kammeroper, was für gelingendes und bewegendes Musiktheater fundamental wichtig ist: Ensemblegeist, Freude an der Interaktion mit dem Aufführungsort und eine nach bald fünfzig Jahren noch immer selbstverständliche Spontaneität. Es ist nicht das geringste Verdienst, dass sie mit ihrer Spielform ganz ohne Education-Brimborium echte Begeisterung erzeugt. Da sind Opern-Neulinge nach „der ersten Halbzeit“ noch immer genauso bei der Sache wie davor und am Ende der zweiten Aufführung gibt es satten, ehrlichen Schlussapplaus mit je drei Einzelvorhängen für alle Solisten.

Roland Dippel am 26.07.2016 in Neue Musikzeitung (Regensburg)

http://www.nmz.de/online/joconde-1814-von-isouard-ist-die-entdeckung-der-neuburger-kammeroper-2016 

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