2010 - 2019

2010

 



DIE VERKEHRTE WELT
(Il mondo alla rovescia)

Dramma giocosa per musica (Wien, 1795) nach C. Goldoni von
Caterino Mazzolà

Musik von Antonio Salieri
Übersetzung und Bearbeitung für die Neuburger Kammeroper von
A. und H. Vladar

 

Personen:

 

 

Generalin Michael Hoffmann
Obristin Yvonne Steiner
Adjutantin Ursula T. Maxhofer-Schiele
Marchesa, Gefangene aus der "Alten Welt" Katharina Dumaire
Amaranto, Neffe der Generalin Mads Elung-Jensen
Conte, Gefangener aus der "Alten Welt" Elzbeta Laabs
Girasole, Modist Wolfgang Veith
Der große Desastro Horst Vladar
Kapitän eines Schiffes aus der "Alten Welt" Horst Vladar
   
Musikalische Leitung Alois Rottenaicher
Inszenierung Horst Vladar
Bühnenbild Ulrich Hüstebeck
Korrepetition und musik. Assistenz Myoung Hyun Kim
 
Chor der Neuburger Kammeroper (Einstudierung: Norbert Stork)
Mitglieder des Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München

Der Inhalt von "Il Mondo alla rovescia" bietet außerordentlichen Genuss und ist vor allem sehr komisch. … Wie die Geschichte endet, werden wir hier nicht erzählen, denn wir hoffen, dass dieses frische, fröhliche Werk auch von anderen Theater gespielt werden wird.… Die treffliche Besetzung bestand aus Michael Hoffmann als Generalin, Yvonne Steiner als Obristin, Ursula T. Maxhofer-Schiele als Adjutantin, Katharina Dumaire als Marchesa, Mads Elung-Jensen als Amaranto, Elzbeta Laabs als Conte, Wolfgang Veith als Girasole und Horst Vladar als Der grosse Desastro und als Kapitän eines Schiffs.Sehr lustig waren auch die gelegentlichen Auftritte des Neuburger Kammerchores als weibliche Soldaten, als ArbeiterInnen und Matrosen. W.V. (Publiziert am 2/8/2010) http://www.operagazet.be

 

 Horst Vladar, Mitbegründer der Neuburger Kammeroper, bearbeitete und übersetzte gemeinsam mit seiner Gattin Annette  das „dramma giocosa per musica“ genannte Werk Salieris und inszenierte es mit exzellenter Personenführung als flotte Commedia dell’arte (mit gut dazupassendem Bühnenbild von Ulrich Hüstebeck). Die Generalin wurde vom Bariton Michael Hoffmann umwerfend komisch dargestellt, während in die Hosenrolle des Conte die Mezzosopranistin Elžbĕta Laabs  schlüpfte, womit die „verkehrte Welt“ noch ein I-Tüpfelchen erhielt. Beide begeisterten durch Spiel und Gesang das Publikum im ausverkauften Haus. Als – laut Programmheft – „rundum verliebte“ Obristin brillierte die zum Verlieben hübsche Yvonne Steiner  mit ihrer höhensicheren hellen Sopranstimme. Köstlich auch die Spielfreude der weiteren Ensemblemitglieder: die Mezzosopranistinnen Ursula T. Maxhofer-Schiele als Adjutantin und Katharina Dumaire als gefangene Marchesa sowie die Tenöre Mads Elung-Jensen als schüchterner Amaranto und Wolfgang Veith als Modist Girasole. Urkomisch agierte der Chor, dessen Sänger aus Neuburg und Umgebung stammen.

Udo Pacolt, Wien – München http://www.der-neue-merker.eu

 
Der satirische Stoff der Oper lieferte zwar schon die Steilvorlage für erheiternde Konstellationen, doch erst die gute Besetzung ließ die Absurdität der Handlung zum Vorschein kommen. … Dank guter Textverständlichkeit bei allen Sängern ließ sich die Handlung bestens verfolgen. … Insgesamt ist der Neuburger Kammeroper mit ihrer Inszenierung ein Glanzstück gelungen: Geboten waren erstklassige Sänger, begleitet vom Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München, das die klassisch-leichte Heiterkeit in der Musik hervorhob. Dazu noch ein gelungenes Bühnenbild. Eine glänzende Demonstration der Qualitäten, die eine Opera buffa entfalten kann! (Katrin Poese am 26.07.10 in: Donaukurier IN)


In gewohnt launiger Inszenierung bracht Horst Vladar mit seiner Neuburger Kammeroper die Salieri-Rarität … zur deutschsprachigen Erstaufführung. Die musikalische Leitung lag in den bewährten Händen von Alois Rottenaicher. Das quirlige, stimmlich ausgewogen besetzte Ensemble (…) sprühte vor Spiellust und verhalf so dem amüsanten Werk, das eine konsequente Form von Frauenemanzipation zum Thema hat, zu neuem Leben. (Karin Coper in ORPHEUS, 9+10 2010)

 

 

 
Bilder der Aufführung finden Sie hier >>>>

 

 

 

 

 

2011

 


Die NEUBURGER KAMMEROPER 2011

 

Männer! Augen auf!

(Mariti aprite gli occhi! ossia La gelosia corretta)

 

Musikkomödie in 2 Akten

Libretto von Andrea Leone Tottola

 

Übersetzung: Annette und Horst Vladar (2010)

 

Musik von Michele Enrico Carafa (de Colobrano)

 

Uraufführung im Frühjahr 1815 im Teatro de’ Fiorentini, Neapel

 

            Musikalische Leitung             Alois Rottenaicher

            Inszenierung             Horst Vladar

            Bühnenbild             Ulrich Hüstebeck

            Korrepetition            Su-Jin Kim

 

 

Personen:
     

Dott. Procopio Fracci

Michael Hoffmann

Constanza, seine Frau

Yvonne Steiner

Dott. Riccardo Fracci, sein Bruder

Joachim Herrmann

Bellinda, dessen Frau

Annika Liljenroth

Antonio Fracci, Onkel

Horst Vladar

Marietta, Dienstmädchen

Elžběta Laabs

Cav. Enrico Tottola

Matthias Heubusch

Don Marrazzo da Terrasecca

Wolfgang Veith

 

Es spielte das Orchester des Akadem. Orchesterverbandes München e.V.

 

Die Handlung spielt in einem Städtchen bei Neapel im Haus der Brüder Fracci.

 

Es geht – wie meist in der komischen Oper – um Liebe, Eifersucht, Missverständnisse und Versöhnung. Zwei junge Ehepaare müssen durch dieses „Wechselbad der Gefühle“ durch, bis sie geläutert erkennen: Liebe heißt Verständnis, Vertrauen, Selbstlosigkeit und Toleranz!

 

Michele Enrico Carafa
 

Die Autoren

 

Carafa (de Colobrano), Michele Enrico, geb. am 17. November 1787 in Neapel, gest. am 26. Juli 1872 in Paris; zweiter Sohn des Fürsten von Colobrano, Herzog von Alvito, war Offizier der neapolitanischen Armee, seit 1806 Adjutant Murats und machte den russischen Feldzug mit. Nach dem Sturz Napoleons gab er die militärische Laufbahn auf und widmete sich ganz der Musik, die er schon früher mit Ernst kultiviert hatte. Schon 1802 und 1811 hatte er in Neapel kleine Opern zur Aufführung gebracht. Nachdem er eine Anzahl weiterer Opern für Neapel (1815 „La gelosia corretta“, auch als „Mariti, aprite gli occhi“ > „Männer! Augen auf!“) Mailand und Venedig geschrieben, auch zu Paris am Théâtre Feydau einige Stücke herausgebracht hatte, ließ er sich 1828 in Paris nieder, wo er 1837 Mitglied der Academie und 1840 Professor für Kontrapunkt am Konservatorium wurde. Außer 36 Opern und einigen Kantaten und Balletten hat Carafa auch größere kirchliche Werke geschrieben (Messe, Stabat Mater, Ave verum). In der einschlägigen Literatur wird er oft als Epigone und Imitator bezeichnet. Zu Unrecht – wie es unsere Oper beweist. Er war einer der engsten und ältesten Freunde G. Rossinis.

Tottola, Andrea Leone, Geburtsdatum und -ort unbekannt, gest. am 15. September 1831 in Neapel; Agent des berühmten Impresarios Barbeia und Dichter der kgl. Theater in Neapel begann 1802 Libretti zu schreiben. Viele seiner Stücke waren für das Teatro Nuovo bestimmt und hatten Buffo-Rollen im Dialekt. Während die meisten seiner ernsten Werke monoton wirken, enthalten seine Komödien scharf beobachtete Situationen und witzige, theatralisch effektvolle Dialoge. Seine Bücher wurden u. a. von P. A. Guglielmi, den Brüdern G. und L. Mosca, D. Cimarosa, V. Fioravanti, S. Mayr, M. Carafa, G. Rossini, S. Mercadante, P. Raimondi und G. Donizetti vertont.
 

Hier einige Pressestimmen zu unserer Produktion:
 
... mit auffallend positiver Resonanz des Publikums. (…) Die werkgetreue, liebenswert humorvolle Inszenierung von Vladar, in der er auf seine verschmitzte Art auch den Drahtzieher gibt, trägt dazu bei, dass man dem Treiben gerne zusieht. Aber auch lauscht, weil die Melodien von Carafa so anmutig, keck und leicht eingängig daher kommen und von Alois Rottenaicher und dem Orchester aus München mit Stilgefühl zu Gehör gebracht werden. Auf der quietschbunten Bühne von Ulrich Hüstebeck spielt das bewährte, um einige Zugänge erweiterte Neuburger Ensemble mit offenkundigem Spaß an der Komödie.
Yvonne Steiner und Annika Liljenroth geben die stimmlich wie darstellerisch gleichermaßen attraktiven Schwägerinnen, Michael Hoffmann und Joachim Herrmann die Brüder in gekonnter Buffomanier. Elzbeta Laabs macht als Dienstmädchen beste Figur, und die Tenöre Matthias Heubusch und Wolfgang Veith präsentieren ihre Verführungskünste auf vokal überzeugendste Weise. Männer, Augen auf? Frauen aber ebenso!
(Karin Coper in ORPHEUS, Berlin, 9+10.2011)

(...) Horst Vladar verzichtet bei seiner Inszenierung auf eine moderne Verfremdung und belässt die Handlung in einer nicht näher erwähnten Kleinstadt und der damaligen Zeit, ohne dabei an Aktualität einzubüßen. (...) Yvonne Steiner überzeugt als scheinbar brave Ehefrau Constanza mit strahlendem Sopran besonders in ihrer mit Koloraturen gespickten Arie. (...) Annika Liljenroth steht ihr als ihre Schwägerin Bellinda in nichts nach. Auch sie präsentiert ihre große Arie mit kräftigem Sopran. Im Streitduett zeigen die beiden Frauen, wie viel Feuer in ihnen steckt. Elžběta Laabs sorgt als Dienstmädchen Marietta darstellerisch vor allem für die komischen Momente des Abends. Mit hervorragender Mimik präsentiert sie sich als kritische Beobachterin der Szenerie und darf zu Beginn des zweiten Aktes in einer sehr witzigen Arie gekonnt dem Publikum Ratschläge für das Eheleben erteilen. Auch die beiden Brüder sind gut besetzt. Joachim Herrmann stellt den etwas langweiligen Riccardo mit überzeugendem Spiel dar und dreht bei seiner Arie richtig auf. Michael Hoffmann gibt den selbstsicheren Procopio mit großem komischen Talent, so dass man schon beinahe schadenfroh auf seine Wutarie im zweiten Akt reagiert, die er mit kräftigem Bariton schmettert. (...) Matthias Heubusch verleiht mit seinem weichen Tenor den Klagen Enrico Tottolas großen Ausdruck. Horst Vladar hat zwar als Onkel Antonio nicht viel zu singen, präsentiert sich aber als kongenialer Spielleiter des Geschehens und erntet am Ende fast den größten Applaus, vielleicht aber auch mit Blick darauf, dass das Publikum damit gleichzeitig seine Begeisterung für die Inszenierung zum Ausdruck bringen will.

Wer Interesse an unbekannen Opern hat oder Musiktheater ohne moderne Regiemätzchen erleben möchte und nicht nur wegen namhafter Stars in die Oper geht, sollte der Neuburger Kammeroper im nächsten Jahr unbedingt einen Besuch abstatten.
(http://www.omm.de/veranstaltungen/festspiele2011/ND-2011mariti-aprite-gli-occhi.html)


Horst Vladar, Mitbegründer und "Seele" der Neuburger Kammeroper, inszenierte die musikalische Komödie sehr humorvoll. Durch seine subtile Personenführung konnten die Sängerinnen und Sänger die Charaktere ihrer Rollen witzig zur Geltung bringen, ohne in Klamauk abzudriften. (...) Als Procopio brillierte Michael Hoffmann, der mit seiner kraftvollen Baritonstimme und seiner komödiantischen Ader zu begeistern wusste. Seinen Bruder Riccardo stellte der großgewachsene, schlaksige Bariton Joachim Herrmann dar, der anfangs etwas hölzern wirkte (Premierennervosität ?), im Laufe der Vorstellung aber immer sicherer wurde. Mit köstlicher Mimik und guter Sopranstimme stattete Annika Liljenroth die Rolle dessen Ehefrau Bellinda aus. Ihr ebenbürtig die Sopranistin Yvonne Steiner als Constanza. Großartig das erzkomödiantische "Duell" der beiden, in dem sie einander ihre den Ehemännern vorgespielten Szenen an den Kopf warfen! Den unglücklch verliebten Cavaliere Enrico Tottola spielte der Tenor Matthias Heubusch sehr charmant, den mittellosen Don Marrazzo da Terrasecca der ehemalige Wiener Sängerknabe Wolfgang Veith mit lyrischem Tenor und subtiler Komik. Als Dienstmädchen Marietta überzeugte die Mezzosopranistin Elžběta Laabs sowohl stimmlich wie auch schauspielerisch. Last, but not least muss Horst Vladar genannt werden, der als Onkel Antonio seinen beiden Neffen mit Schmunzeln und Augenzwinkern die Wahrheit über ihre Ehefrauen eröffnete und so zum glücklichen Ende beitrug.
(http://www.der-neue-merker.eu/mod,criticism/id_menuitem,15/id_criticism,2557/id_c...       am 24.07.2011)


Aus dem unerschöpflichen Stoffvorrat der Beziehungen zwischen Mann und Frau hat der neapolitanische Librettist Andrea Leone Tottola vor 200 Jahren ein tolles Stück verfasst. Liebe, Eifersucht, Verwechslung und was sonst noch dazugehört - alles virtuos behandelt und bis in die Nuancen ausgekostet. In Töne gesetzt von Michele Enrico Carafa (ebenfalls Neapolitaner, 1787-1872) ist eine Oper entstanden, für die es höchste Zeit war, wachgeküsst zu werden. Für die Kammeroper passt sie wie angegossen: Leichtfüßig kommt sie daher und meidet jede Überhöhung, ohne deswegen belanglos zu sein. Sie gibt sich unverkrampft, ihre Stärke liegt im Witz, in der Komik. (...) Carafas Oper verlangt nach biegsamen Stimmen, nicht nach Donnerklang. Ausnahmslos waren die Darsteller in diesem Sinne glücklich ausgewählt. Nicht nur, dass sie stimmlich bestens präsent waren, dass sie halsbrecherische Tempi mühelos bewältigten, dass sie sich zupackend musikantisch gaben; man erlebte sie als quirlige Komödianten, mit dem Mut zur Geste und zu Extrovertiertheit. (...) Das war ein Abend, bei dem die Stimmung aufschäumte und die Funken schlugen, eine Einladung zum Amüsement - famos! Lang anhaltender Beifall machte offenkundig, dass sich das Premierenpublikum darauf eingelassen hatte.
(Neuburger Rundschau, 25.07.2011)

 

 

Bilder der Aufführung finden Sie hier >>>>

 

 

2012

 

Das war die
NEUBURGER KAMMEROPER 2012 

 die letzte Vorstellung war am 29. Juli 2012
im Stadttheater Neuburg an der Donau
 

DER ZWEIKAMPF MIT DER GELIEBTEN
(UA: Hamburg, 15. November 1811)

 

Oper in 3 Aufzügen
nach Francisco A. de Bances y Candamo
von J. Fr. Schink

Revidiert und nach der Vorlage des verlorenen Librettos mit Dialogen versehen von H. Vladar

 

Musik von

Louis Spohr

(1784 – 1859)

 Erstaufführung der Oper mit den rekonstruierten Dialogen

 

Musikal. Leitung:

Alois Rottenaicher

Inszenierung:

Horst Vladar

Bühnenbild:

Ulrich Hüstebeck

Korrepetition

Su-Jin Kim

 

 

 
Personen:
     

Mathilde, Pfalzgräfin von Flandern

Annika Liljenroth

Don Alberto, Infant von Portugal

Ulrich Löns

Gaston, Prinz von Bearn

Stephan Hönig

Enrique, Graf von Lothringen

Matthias Ziegler

Donna Isabella, Tochter eines spanischen Granden

Yvonne Steiner

Laurette, ihre Kammerjungfer

Denise Felsecker

Fulgenzio, Diener der Pfalzgräfin

Elmar Göbel

Decio, Kammerdiener des Grafen

Michael Hoffmann

Kampfrichter

Horst Vladar

1. Wilddieb

Ulrich Löns

2. Wilddieb

Elmar Göbel

3. Wilddieb

Horst Vladar

4. Wilddieb

Stephan Hönig

 

Es sang der Chor der Neuburger Kammeroper e. V.
Es spielte das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München e. V.
www.aov-muenchen.de/

 

 

Handlung: In und um Brüssel, 16. Jahrhundert. – Der hitzköpfige spanische Edelmann Enrique hält seine Braut Isabella für untreu und reist ohne ihr Gelegenheit für Erklärungen zu geben mit seinem Diener Decio an den Hof der Pfalzgräfin Mathilde nach Brüssel. Bei einer Jagd befreit ihn ein fremder Ritter aus den Händen von Räubern. Es ist niemand anders als die verkleidete Isabella, die ihm mit ihrer Zofe Laurette nachgereist ist. Auch jetzt will er ihre Erklärungen nicht hören. Sie nimmt ihm das Versprechen ab, ihre Identität nicht zu verraten, und so kommt es zu Missverständnissen, Eifersüchteleien und Rivalitäten, denn Mathilde findet an dem jungen Ritter, der sich als Don Rosardo ausgibt, Gefallen. Ihre diversen höfischen Verehrer fühlen sich von ihm brüskiert.

Enrique, der im Innersten Isabella immer noch liebt, wird gegen seinen Willen in die Streitereien verwickelt, und so fordert ihn die gereizte Isabella-Rosardo schließlich zum Duell. Durch eine List des sich gut vertragenden Dienerpaares kann das in letzter Sekunde verhindert werden. Wie meist in der komischen Oper siegt die Liebe.

 

 

Louis (eigentlich Ludewig) Spohr wurde 1784 in Braunschweig geboren und starb 1859 in Kassel. Als hervorragender Geiger hatte er sich längst in die Spitzenklasse der Violinvirtuosen gespielt, als er sich mehr und mehr dem Komponieren zuwandte (er schrieb für sich selber viele Konzerte und Kammermusik), als Dirigent betätigte, zusammen mit seiner Harfe spielenden Frau Dorette längere Konzertreisen quer durch Europa unternahm und schließlich verschiedene Kapellmeisterpositionen (Gotha, Wien, Frankfurt und Kassel) annahm. – Er gilt mit seinen Werken (Kirchenmusik, Kammermusik, Konzerte, Lieder und Opern) als der Komponist der Deutschen Frühromantik und als Bindeglied zwischen der Wiener Klassik und der Romantik: Franz Danzi – Carl Maria von Weber – Heinrich Marschner – Richard Wagner.

 

Über unsere Oper heißt es u. a.: “... obwohl noch stark von Mozart (den Spohr bewunderte) beeinflusst, ist sie ein äußerst attraktives Werk. Die meisten der einzelnen Nummern sind musikalisch exzellent. Dass Der Zweikampf sich nicht dauerhaft auf der Bühne halten konnte, war keinesfalls aus Mangel an musikalischem Wert, sondern wegen der Tatsache, dass das Genre zu seiner Entstehungszeit schon als veraltet galt.“ (Clive Brown: Louis Spohr, A critical biography, Cambridge 1984)

 

Warum wurde Der Zweikampf mit der Geliebten trotz der Qualität und trotz des Spohr-Gedenkjahres 2009 seit 1811 auf keiner Bühne gespielt? Es liegt sicher daran, dass selbst die Vorlage zum verschollenen Textbuch nicht zu finden war. Erst vor 3 Jahren entdeckte sie Horst Vladar, der Künstlerische Leiter der Neuburger Kammeroper. So konnte er das Libretto rekonstruieren und das Aufführungsmaterial herstellen.

 

 

 

 Pressestimmen:

Horst Vladars Inszenierungen zeichnen sich im Allgemeinen dadurch aus, dass er auf moderne Umdeutungen der Vorlage verzichtet und die in der Regel völlig unbekannten Opern so präsentiert, dass der Zuschauer hinterher das Gefühl hat, das Werk in seiner Ursprünglichkeit kennen gelernt zu haben. (…) Er hat wieder ein Ensemble zusammengestellt, dass durch großen Spielwitz und gesangliche Qualitäten überzeugt.


Da ist zunächst einmal erneut Yvonne Steiner zu nennen, die als Isabella eine glaubhafte Verwandlung zum Don Rosardo durchmacht und mit großem Sopran die recht anspruchsvolle Partie bewältigt. Besonders hervorzuheben ist ihre Arie kurz vor dem vermeintlichen Duell, in der Isabellas Verzweiflung über ihre Lage zum Vorschein kommt, die Steiner mit sauber geführten Koloraturen und großen Sprüngen umsetzt. Mit Matthias Ziegler als Enrique steht ihr nicht nur optisch ein kongenialer Partner zur Seite, der mit lyrischem Tenor und sauberer Stimmführung in den Höhen den sturen Geliebten mimt. Hervorragend gelingt ihm seine Verzweiflungsarie kurz vor dem Duell, in der er bekennt, dass er, egal wie er sich entscheidet, seine Ehre auf jeden Fall verlieren muss. Stellt er sich dem Kampf, tötet er eventuell die eigene Geliebte, stellt er sich nicht, gilt er als feige. Annika Liljenroth begeistert mit klarem Sopran als Mathilde, die verwirrt über die tiefe Zuneigung ist, die sie dem unbekannten Don Rosardo entgegenbringt.

Neben diesen recht ernsten Partien setzen Michael Hoffmann als Decio und Denise Felsecker als Laurette recht komische Akzente. Hoffmann gibt den großspurigen Hasenfuß mit einer Liebenswürdigkeit, dem Felsecker als an List deutlich überlegene Kammerzofe nichts entgegen zu setzen hat. Auch Ulrich Löns als Don Alberto, Stephan Hönig als Gaston und Elmar Göbel als Fulgenzio überzeugen durch komödiantisches Spiel. Horst Vladar übernimmt als Kampfrichter eine eher dirigierende Funktion, beweist aber als Wilddieb, dass er sich wie Löns, Hönig und Göbel durch große Spielfreude in der Inszenierung unterordnen kann. Auch der Chor kann bei seinem Auftritt in Paaren sein schauspielerisches Talent zur Schau stellen.

Das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München e. V. präsentiert unter der Leitung von Alois Rottenaicher einen klassisch-romantischen Klang aus dem Graben, der den Abend wunderbar abrundet und das Publikum zu einem lang anhaltenden und begeisterten Applaus veranlasst.

Horst Vladar hat wieder einmal bewiesen, wie man ein vergessenes Stück, das musikalisch durchaus seine Meriten hat, auch heute einem Publikum noch ohne modernes Regietheater nahe bringen kann.

http://www.omm.de/veranstaltungen/festspiele2012/ND-2012-der-zweikampf-mit-der-geliebten.html

 

(…) Für heuer gelang Horst Vladar, dem künstlerischen Leiter der Neuburger Kammeroper, eine besondere Ausgrabung: „Der Zweikampf mit der Geliebten“ von Louis Spohr. Von der Oper, die 1811 in Hamburg uraufgeführt wurde, war das Textbuch von Johann Friedrich Schink verschollen, doch fand Vladar vor drei Jahren die Vorlage dazu, sodass er das Libretto rekonstruieren und mit neuen Dialogen versehen konnte.

Horst Vladar, die „Seele“ der Neuburger Kammeroper, schuf eine schwungvolle, komödiantische Inszenierung, die auch durch gute Personenführung bestach. Das einfach gehaltene und für die einzelnen Szenen leicht verwandelbare Bühnenbild, in dem die Farben Rosa und Grün vorherrschten, gestaltete Ulrich Hüstebeck.

(…) Dem Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München – mit großem Einfühlungsvermögen von Alois Rottenaicher geleitet – gelang es, die vielschichtige Partitur des Romantikers Louis Spohr mit vielen Facetten wiederzugeben und so dem Publikum einen unverdientermaßen fast vergessenen Komponisten näherzubringen.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren begeistert, spendeten des Öfteren Szenenapplaus und belohnten am Schluss alle Mitwirkenden und das Regieteam mit minutenlangem Beifall.

Udo Pacolt, Wien – München

http://www.der-neue-merker.eu/neuburgdonau-der-zweikampf-mit-der-geliebten-von-louis-spohr-premiere      23. Juli 2012

 

 

Die Inszenierung konfrontiert mit wunderbaren Melodien, prächtigen Akteuren und einem gelungenen Bühnenbild.

Man schlägt sich und verträgt sich, schon der Titel des Stückes lässt nichts anderes vermuten: „Der Zweikampf mit der Geliebten“ – das verspricht Leidenschaft, Enttäuschung, Eifersucht, Verwechslung und Missverständnisse. Reichlich von allem ist in Johann Friedrich Schinks (1755-1835) Opernlibretto hineingemischt, das Horst Vladar, der Unermüdliche, für die Neuburger Kammeroper wieder ans Licht zog. Es gleicht einem kleinen, veritablen Kunststück, den etwas klischeehaften Text zu entrümpeln und das turbulent dahineilende Geschehen in Szene zu setzen. Vladar versteht es durch seine Regie vorzüglich, die Handlung lebendig zu gestalten.
In einem weit gespannten Handlungsbogen läuft der Dreiakter über die Bühne. Die Steigerung bis zum krönenden Schluss durchzuhalten ist eine wahrhaft respektable Leistung. (...) Ein Abend also, bei dem Musik und Präsentation reibungslos in einander greifen. Zu Recht gab’s dafür vom Premierenpublikum reichlich Ovationen.

Klaus Hopp-Wiel in: Neuburger Rundschau/Augsburger Allgemeine (23.07.12)

(…) Annika Liljenroth gab sehr gut die schwierige Partie der Mathilde – sowohl stimmlich als auch szenisch – wieder. In der Rolle der Donna Isabella agierte Yvonne Steiner vortrefflich, doch hatte sie einige stimmliche Probleme. Die Kammerzofe Laurette, gespielt von Denise Felsecker, bildete ein pfiffiges und sympathisches Paar mit Michael Hoffmann in der Rolle des Decio, dem Kammerdiener des Grafen Enrique, der von Matthias Ziegler gesungen wurde. Dieser Tenor klang im Piano etwas matt und farblos, doch in den Forte-Passagen sehr eindrucksvoll mit schönen Klängen.

Ulrich Löns als Don Alberto und Stephan Hönig bildeten ein sehr komisches Paar, bei dem vor allem die Art des Lachens und der Falsett-Gesang auffielen. Fulgenzio, der alte Diener der Mathilde fand in Elmar Göbel einen sehr guten Darsteller. Die vier Wilddiebe waren Elmar Göbel, Stephan Hönig, Ulrich Löns und Horst Vladar. Letzterer übernahm auch die Rolle des Kampfrichters und das nicht nur allein: Er hatte auch eine sehr stilvolle Regie mit überaus deutlichen Typen erdacht. Es gab ebenso eine gutes Verhältnis zwischen komischen und ernsten Momenten.

(…) Das Orchester bestand aus Angehörigen des Orchesters des Akademischen Orchesterverbandes München. Es klang nicht immer perfekt. Der Dirigent Alois Rottenaicher konnte aber wieder alles in gute Bahnen leiten. Das ganze wurde dargeboten in einem großen und schönen Dekor (…)

Ein wohl verdienter, lang anhaltender Applaus belohnte die Ausführenden.

H.V. (Veröffentlicht am 12.08.2012)

http://www.operagazet.be/artikels12/de/neuburg.htm#zweikampf

Liebeserklärungen

Der besondere Reiz der dritten und seit rund 170 Jahren nicht mehr erklungenen Oper Louis Spohrs DER ZWEIKAMPF MIT DER GELIEBTEN liegt in der mit höchsten Ambitionen sehr farbenreich und differenziert instrumentierten Partitur. Das Werk ist in seiner harmonischen Struktur und der durchgearbeiteten Stimmführung mit mannigfachen chromatischen Wendungen alles andere als konventionell. Spohr verlangt den Solisten alles in jenen Jahren nur Denkbare an geläufiger Virtuosität, Parlando und langem Atem für die lyrischeren Phrasen ab. Und den Musikern im Graben werden in mancher Hinsicht Herauforderungen zugemutet, für deren Bewältigung man dem Akademischen Orchesterverband München unter dem alle gefährlichen Klippen sicher umschiffenden ALOIS ROTTENAICHER große Hochachtung zollt. Die Ausstattung von ULRICH HÜSTEBECK deutet mit wenigen (sehr bunten, floral geformten) Elementen geschickt Außen- und Innenräume an, die sich bestens für das sehr lebendige und gut kalkulierte szenische Arrangement (ein fundamentales Missverständnis zwischen den Liebenden, die es nicht schaffen, sich auszusprechen und ihre Zuneigung unmittelbar und rechtzeitig zu erklären) von HORST VLADAR eignen. Mit ausgezeichnetem Gespür für die Belange eines Publikums von heute hat Vladar im Rahmen seiner Edition des Werkes und der Einrichtung für die Kammeroper Neuburg an der Donau manch zopfige Redewendung des Originals theatergerechter formuliert.

Mittelpunkt der Aufführung ist diesmal wieder YVONNE STEINER, die nicht nur ihre Anmut und Gewandtheit im raffinierten Spiel, sondern auch ihren wohl tönenden, flexiblen Sopran in der Hosenrolle der Isabella zur Geltung brachte. Sie fügte sich aber in das Gesamtensemble so ein, dass sich alle anderen bestens bewähren konnten. Allen voran ANNIKA LILIJENROTH (mit warmem lyrischen Sopran) als ihre gegen die Raffinesse der Isabella chancenlose Nebenbuhlerin Mathilde, doch genauso das komödiantische Ausnahmetalent Denise Felsecker als äußerst temperamentvolle Zofe Laurette sowie als deren Partner der in seiner Bühnenpräsenz unentbehrliche Bariton MICHAEL HOFFMANN als komisch-verschlagener Diener Decio. Der Tenor des schauspielerisch sehr gewandten MATTHIAS ZIEGLER (Enrique) glänzte besonders in seiner heldischen Arie im dritten Akt, außerdem ist er ein glaubhafter Liebhaber. In jeweils zwei kleineren Partien (Wilddiebe, verschmähte Liebhaber, Kampfrichter) bewährten sich ULRICH LÖNS (Tenor) und STEPHAN HÖNIG (Bass) in gesanglich gleichermaßen dankbaren wie anspruchsvollen, bzw. ELMAR GÖBEL und Horst Vladar in köstlich komischen Rollen. Die jüngst beim Label Hyperion erschienene CD mit zwei späten Sinfonien Spohrs (Orchestra della Svizzera Italiana unter Howard Shelley) vermittelt dankenswerterweise auch einen hervorragenden Eindruck von der Ouvertüre dieser Oper, so dass jene, die keine Gelegenheit hatten, sie in Neuburg zu hören, wenigstens einen partiellen Eindruck von dem originellen Werk gewinnen können.

Gerrit Waidelich in: ORPHEUS (Berlin) Heft 11+12


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Die NEUBURGER KAMMEROPER 2013 ist Geschichte!



Sie spielte im Juli im Stadttheater Neuburg an der Donau zwei einaktige Opéra-comiques

"EIFERSUCHT" von Sophie Gail (1775-1819)


und

"SO EIN GLÜCK!" von Adolphe Adam (1803-1845)

Zu den Opern:

 EIFERSUCHT

 (Les deux jaloux, Paris 1813)

 Opéra-comique in einem Akt
nach Charles Dufresny (1657-1724) von Jean Baptiste Charles Vial (1771-1837)
Übersetzt und für die Neuburger Kammeroper eingerichtet von A. und H. Vladar

Musik von

Sophie Gail

(1775–1819)

 


Der Präsident eines Gerichtshofes       Stephan Hönig

Die Präsidentin, seine Frau         Ulrike Johanna Jöris

Lucie, Nichte des Präsidenten           Ljiljana Winkler

Martin, ein junger Offizier, Geliebter von Lucie       Matthias Ziegler

Thibaut, Gärtner des Präsidenten        Walther G. Rösler

Fanchette, Kammerzofe der Präsidentin      Yvonne Steiner

Frontin, Kammerdiener des Präsidenten         Michael Hoffmann

 

Musikalische Leitung       Alois Rottenaicher
Inszenierung        Horst Vladar
Bühnenbild          Ulrich Hüstebeck

Handlung: Der Präsident eines Gerichtshofes ist wie sein Gärtner Thibaut äußerst eifersüchtig. Doch anders als dieser schämt er sich dafür und versucht sein Laster zu verbergen. Er verdächtigt Martin, den Verehrer seiner Nichte Lucie, in Wahrheit nur hinter seiner Frau her zu sein. Einen Verbündeten findet Martin allerdings in Frontin, dem pfiffigen Kammerdiener des Präsidenten. Der liebt nämlich erfolgreich Fanchette, das Kammermädchen der Präsidentin. Thibaut beansprucht aber Fanchette für sich. Durch die List Frontins kommen die beiden Eifersüchtigen an gefälschte Beweise. Als sie die als Trümpfe ausspielen wollen, müssen sie ihre Charakterschwäche er- und bekennen. Während der Präsident einsichtig bereut, bleibt sein Gärtner verbittert zurück.

Edmé Sophie Gail wurde 1775 als Sophie Garre in Paris geboren und starb dort 1819. Mit 12 Jahren war sie bereits eine bewunderte Pianistin und gute Sängerin. 1796 heiratete sie Jean-Baptiste Gail. Doch bestimmte der große Altersunterschied sie dazu, sich nach einigen Jahren von ihm zu trennen. Erst danach begann ihre eigentliche musikalische Laufbahn. Sie trat erst als Romanzen-Sängerin auf Tourneen in Südfrankreich und Spanien auf, studierte bei Fetis und Neukomm und brachte 1813 die Opera-comique „Les deux jaloux“ (NKO: „Eifersucht“) heraus. 1818 ging sie mit der berühmten Sängerin A. Catalani auf Tournee durch Deutschland und Österreich. Nach dem Zeugnis ihres Lehrers Fetis war sie eine ausgezeichnete Begleiterin, eine geschmackvolle und kluge Sängerin, selbst eine gute Lehrerin und besaß große menschliche Qualitäten. Bis zu ihrem frühen Tod schrieb sie mindestens 5 Opern.

Charles Dufresny, Herr von Rivière, 1657-1724, Journalist, Dramatiker und Chansonier lieferte mit einem seiner Theaterstücke die Vorlage für das Libretto zu „Eifersucht“.

Jean Baptiste Charles Vial, war Beamter und Theaterdichter. 1771 in Lyon geboren, starb er 1837 in Paris. Unter seinen ca. 50 Bühnenwerken sind Libretti für Adam, Boieldieu, Hérold und Berwald. Die NKO spielte 2009 von ihm „Die große Trauer“ (Musik: H.M. Berton).

 

SO EIN GLÜCK!

(Une bonne fortune, Paris 1834)

Opéra-comique in einem Akt von
Édouard Mennechet (1794-1845)
Übersetzt und für die Neuburger Kammeroper eingerichtet von A. und H. Vladar

 

Musik von

Adolphe Adam

 

(1803–1856)

Mathieu Delcourt       Matthias Ziegler

Frédéric Darcy        Walther G. Rösler

Dr. Belmonte, Arzt        Stephan Hönig

Flora, seine Tochter      Yvonne Steiner

Rosabella, seine Schwester, eine alte Jungfer       Ulrike Johanna Jöris

Orest Bruni, Kommissar         Horst Vladar

Marianna Gardi, Hotelbesitzerin        Ljiljana Winkler

 

Musikalische Leitung Alois Rottenaicher
Inszenierung Michael Hoffmann
Bühnenbild Ulrich Hüstebeck

 

Es spielt das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München e. V.

www.aov-muenchen.de/

 

Die Handlung spielt in Florenz um 1800. Der junge Franzose Mathieu hat sich in Florenz in ein Hotel eingemietet. Er glaubt bei allen Frauen Glück zu haben. Durch seine Unbekümmertheit und Naivität kommt es zu Turbulenzen und Reibereien mit der Nachbarschaft. Ein Liebes-briefchen, das er auf sich bezieht, veranlasst ihn zu einer Entführung, bei der er dann Mühe hat, das falsche „Opfer“ wieder los zu werden. Dass dabei ein junges Paar endlich zueinander kommt und sich ein entfremdetes altes Paar wieder findet, ist nicht sein Verdienst. Mit viel Glückund Zufall kommt alles zu einem guten Ende.

 

Adolphe Charles Adam wurde 1803 in Paris geboren, wo er 1856 starb. Er war Schüler von A. Boïeldieu am Pariser Konservatorium und schrieb zunächst für kleinere Theater mehrere Opéra-comiques, darunter auch „Une bonne fortune“. 1836 erntete er mit der Oper „Der Postillon von Lonjumeau“ allgemeinen Beifall. Ihr folgte bald eine Reihe ähnlicher Werke im leichten, komischen Genre, wie „Wenn ich König wär“ und „Der König von Yvetot“, durch welche sich Adam einen ehrenvollen Platz unter den Komponisten der Neuzeit errungen hat. Viel Erfolg hatte sein melodienreiches und geistvoll instrumentiertes Ballett „Giselle“. Einige seiner Werke spielte und spielt man in ganz Europa. Die Revolution von 1848 ruinierte ihn finanziell. Zu seinem Glück wurde er aber 1849 Professor für Komposition am Konservatorium, wo er bis zu seinem Tod tätig blieb. Er komponierte an die 90 Opern und Ballette. Die Neuburger Kammeroper spielte 1979 seine Oper „Die Nürnberger Puppe“.
Édouard Mennechet lebte von 1794 bis 1845 in Paris. Er war Sekretär der königl. Kammer und hatte den offiziellen Titel „lecteur du roy“ (Vorleser des Königs). Seine Hauptwerke sind „Vies des Hommes et Femmes Illustres de La France“ (1838), „L’Histoire de France“ (Paris 1840) und „Cours Complet de Litterature Moderne“ (1848), doch verfasste er auch mehrere Libretti für die Komponisten Adam, Hérold und Auber.


Quellen: wikipedia, The New Grove, MGG

Bilder der Aufführung finden Sie hier >>>>

2014


Der Kalif von Bagdad

(Il Califfo di Bagdad, Neapel 1813)

Opera buffa in zwei Akten

von

Andrea Leone Tottola

Musik von

Manuel García

 

Übersetzung und Einrichtung für die Neuburger Kammeroper von

Annette und Horst Vladar

 

Personen:

 

            Isoun, Kalif von Bagdad           Manuel Ried

            Lemide, Witwe            Regine Gebhardt

            Yamina, deren Tochter            Yvonne Steiner        

            Sharafat, Lemides Neffe (Schwager)           Ulli Löns

            Aisha, Hausmädchen bei Lemide            Elzbieta Laabs

            Der Kadi           Michael Hoffmann

            Der Polizeichef           Horst Vladar

 

Gefolge des Kalifen; Nachbarn Lemides; Volk von Bagdad

 

 

Handlung:

 

Isoun, der junge Kalif von Bagdad, liebt es sich unerkannt unter das Volk zu mischen, um sich ein neutrales Bild machen zu können. Nur Eingeweihte wissen, dass ihn ein Codenamen – Bondocan – in Notfällen als Herrscher ausweist. Er trifft auf die hübsche Yamina und verliebt sich in sie. Sein Liebe wird erwidert, und obwohl Lemide ihre Tochter streng vor allen möglichen Verehrern behütet, kommt es für die Liebenden mehrfach zu prekären Situationen, die aber immer durch die Nennung des Codenamens gut ausgehen. Bei den Uneingeweihten gibt das Grund zu Verdacht, Beschuldigung und Streit, bis letztendlich Isoun seinem „Suchen“ ein Ende macht und seine nie an ihm zweifelnde Yamina unter dem Jubel des Volkes als neue Herrscherin vorstellt.

 

E. Laabs, Y. Steiner

R. Gebhardt, M. Hoffmann

M. Hoffmann

M. Ried

Y. Steiner, U. Löns, R. Gebhardt

Ensemble

U. Löns, E. Laabs, R. Gebhardt

R. Gebhardt, E. Laabs, M. Ried, Y. Steiner

H. Vladar

Ensemble

Y. Steiner, M. Ried

M. Ried, Y. Steiner - Chor

2015

Die Neuburger Kammeroper spielt am 18., 19., 24., 25. und 26. Juli 2015 im Stadttheater Neuburg an der Donau die zwei einaktigen Opern:

 

»Schlaukopf und Dickschädel«

(»Furberia e puntiglio«)

von

MARCELLO BERNARDINI

UA: Venedig 1798; L: Giuseppe Foppa; Ü: Annette und Horst Vladar

Personen:

Guglielmo, reicher Kaufmann Stephan Hönig
Isabella, seine Tochter Yvonne Steiner
Federico, ein Offizier Manuel Ried
Bainer, ein Bankier Horst Vladar
Eugenia, seine Tochter Elžběta Laabs
Simoncino, Diener bei Guglielmo Joachim Herrmann
   
   
Musikalische Leitung Alois Rottenaicher
Korrepetition Su-Jin Kim
Inszenierung Michael Hoffmann
Bühnenbild Michele Lorenzini

 

Inhalt: Der reiche Kaufmann Guglielmo plant für seine Tochter Isabella eine „gute Partie“. Diese aber liebt den Offizier Federico und wird widergeliebt. Da Federico, der im Hause Guglielmos wohnt, aber mittellos ist, sieht er für eine Heirat keine Chance und will abreisen. Isabella versucht ihm das auszureden. Als sie ihr Vater bei Federico antrifft, schöpft er Verdacht. In die Enge getrieben behauptet sie kühn, Federico sei doch in Eugenia, die Tochter des geldgierigen Bankiers Bainer, verliebt, aber er glaube als armer Schlucker nie als Eugenias Gatte akzeptiert zu werden. Guglielmo ist über Bainer empört. Er sagt der völlig überraschten Eugenia, er werde ihr zur Ehe mit Federico verhelfen. Die Bankierstochter freut sich zu hören, dass der fesche junge Offizier in sie verliebt sei.  Der Kaufmann redet nun dem Bankier ins Gewissen, doch der meint kalt, Guglielmo könne doch seine eigene Tochter Federico zur Frau geben. Das empört Guglielmo so sehr, dass er seinen Dickschädel auf alle Fälle durchsetzen will. Er erklärt seiner überraschten Tochter, dass er bei soviel Sturheit Verständnis dafür habe, wenn das Paar ohne väterliche Einwilligung heirate. Isabella zieht daraus ihre Lehren. Was bleibt Guglielmo da anderes übrig, als das für ihn überraschende Ergebnis zu akzeptieren. Alles ist glücklich und zufrieden – außer Eugenia, die dem Offizier nachtrauert.

 

Marcello Bernardini (* ? in Capua - † nach 1799 in Capua ?) hat es in den Lexica schwer: Er wurde nach seinem Vater Rinaldo da Capua (einem erfolgreichen Operkomponisten) auch ‚Marcello da Capua’ genannt und mit dem Vater „in einen Topf“ geworfen, zudem er dessen Posten als Kapellmeister in Rom übernommen hat. Seine Opern, zu denen er oft selber das Libretto schrieb, wurden außerhalb Italiens u. a. auch in München, Dresden, Wien, Paris und in Polen aufgeführt. Er schrieb vor allem komische Opern, für die er die besondere Gabe der Leichtigkeit, des Witzes und der Ironie besaß, und ließ sich viel Unkonventionelles einfallen. Ich halte ihn für völlig unterbewertet in der Musikgeschichte. (H. Vladar)

 

und

 

»Der Hitzkopf«

(»La testa riscaldata«)

von

FERDINANDO PAËR

UA: Venedig 1799; L: Giuseppe Foppa; Ü: Annette und Horst Vladar

Personen:

Brodolungo Joachim Herrmann
Ambrosina, seine Tochter Yvonne Steiner
Felicita, deren Schwester Elžběta Laabs
Canziano, Liebhaber der Ambrosina Michael Hoffmann
Ernesto, Liebhaber der Felicita Manuel Ried
Verzotto, Brodolungos Diener Stephan Hönig
   
   
Musikalische Leitung Alois Rottenaicher
Korrepetition Su-Jin Kim
Inszenierung Horst Vladar
Bühnenbild Michele Lorenzini

 

Inhalt: Der Gemüsehändler Brodolungo hält sich für adlig und will als angeblicher Baron für seine Töchter standesgemäße Ehemänner. Ambrosina und Felicita sind darüber nicht glücklich und verstellen sich, da sie längst ihre Liebhaber haben. Ambrosina gibt sich besonders volkstümlich und reizt damit ihren Vater. Sie liebt den pfiffigen Canziano und Felicita, die so tut, als teile sie den Adelsspleen, dessen Freund Ernesto. Als sich Brodolungo in den alten Adelstugenden üben will, bestellt er einen Tanzlehrer. Als solcher verkleidet erscheint Canziano mit Ernesto als Gehilfen. Es gelingt den Liebenden miteinander zu sprechen, bis der Gemüsehändler den Schwindel bemerkt und die Liebhaber hinauswirft. – Dann will er fechten lernen. Sofort ist Canziano als Fechtlehrer zur Stelle. Er verdreht Brodolungo so die Knochen, dass er mit den Mädchen das weitere Vorgehen besprechen kann. Doch wird er wieder entlarvt und verjagt. Diesmal will Brodolungo bei Gericht gegen die Liebhaber klagen. Bevor er losgeht, übergibt er „seiner“ Felicita einen Beutel mit angespartem Geld zur Verwahrung. Damit will er sich ein Adeldiplom ausstellen lassen. Das bringt die Liebenden auf die Idee, selbst als Grafen aufzutreten und beim Gemüsehändler um die Baroninnen in spe zu werben. Brodolungo ist zwar entzückt und einverstanden, doch will er zuvor einen schriftlichen Adelsnachweis sehen. Man gibt ihm das Geld, da er sich mit diesen Dingen doch besser auskenne. Das macht ihn blind und es kommt zu den Verlobungen. Dann will er sein Geld holen und alle Adeldiplome ausstellen lassen. Er entdeckt, dass sein Geld weg ist und tobt herum, als er bemerkt, wie er hereingelegt wurde. Schließlich aber vergibt er den Liebenden. Schließlich ist sein Geld ja nicht verloren.

 

PAËR, FERDINANDO (* 1771 in Parma - † 1839 in Paris) gilt als typischer Künstler der Übergangszeit von der Klassik zur Romantik. Er gilt als „der Typ des Berufskapellmeisters, des vielseitigen Opernfachmanns“ (R. Engländer) Man sagt ihm eine bemerkenswerte Assimilationsfähigkeit nach, d. h. er habe je nach Erforderniss im Stil von Cimarosa, Mozart, Cherubini, Beethoven u. a. schreiben können. Doch erkannte man an, dass seine Werke immer Vorboten der bedeutendsten Stilrichtungen des Jahrhunderts sind, also durchaus eigenen Charakter besitzen. Dieses Urteil kann ich nach meinen Untersuchungen nur bestätigen. Aus Parma stammend, wo er später auch Hofkapellmeister war, führte ihn seine Karriere nach Wien, später nach Dresden und im Gefolge Napoleons nach Warschau. Anschließend wurde er kaiserlicher Hofkapellmeister in Paris (Leitung der Opéra-comique) und Nachfolger G. Spontinis. (H. Vladar)

Das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes e. V. München spielte – in klassischer Besetzung.

http://www.aov-muenchen.de

 

Einige Pressestimmen:

Das begeisterte Publikum belohnte verdientermaßen alle Mitwirkenden mit langem, nicht enden wollendem Applaus.  Erstaunlich, wie es der Neuburger Kammeroper in jedem Jahr aufs Neue gelingt, Opernraritäten von zum Teil vergessenen Komponisten zu entdecken und sie auf hohem Niveau wiederzugeben. Kompliment! (Udo Pacolt in: http://www.der-neue-merker.eu/neuburg-donau-schlaukopf-und-dickschaedel-marcello-bernardini-der-hitzkopf-ferdinando-paer)

Wer unbekannte Opernwerke ohne entfremdende Regie-Effekte genießen will, ist in der Neuburger Kammeroper genau richtig. Musikalisch bekommt man hier Stücke geboten, die es in der Regel nicht einmal als CD-Aufnahme gibt.

Von Thomas Molke / http://www.omm.de/impress.htm (19.07.2015)

 

Wer modernes Regietheater leid ist, bei dem die schönste Musik in Trümmer- und Barackenmilieu erklingt - so, als würde Champagner im Senfglas angeboten -, der sollte sich von der sinnlich-farbig und luftig-heiter eingerichteten Bühne der Neuburger Kammeroper stimmulieren lassen. (Klaus Hopp-Wiel in Neuburger Rundschau/Augsburger Allgemeine 20.07.2015)

 

Großs Lob also für alle Mitwirkenden, die uns an diesem heißen Sommerabend musikalisch erfrischende Stunden mit diesen beiden Raritäten beschert haben. (Jochen Rüth - 20.07.2015 - http://www.deropernfreund.de/neuburger-kammeroper.html)


Bilder der Aufführung finden Sie hier >>>>