2000-2009

2009

Pressestimmen zur NKO 09 „Eine Viertelstunde Schweigen“ und „Die große Trauer“
(Auszüge)

Horst Vladar, der Mitbegründer der Neuburger Kammeroper, inszenierte nicht nur beide Opern auf klassische Art und Weise - gut unterstützt von Ulrich Hüstebeck, der für die Bühnenbilder mit französischem Ambiente als verantwortlich zeichnete -, sondern spielte und sang mit sonorer Bassstimme Monsieur d’Argon und Monsieur Leblanc. Beide Rollen verkörperte er mit sympathischem Charme. Die hübsche Yvonne Steiner als Christine und Dienstmädchen Finette versprühte mit ihrem hellen Sopran jugendliche Frische, während die aparte Elzbeta Laabs erst als Zofe Lisette und dann als Hélène mit ihrem wandlungsfähigen Mezzosopran punktete. Auch schauspielerisch glänzten beide Sängerinnen. Die Dienerrollen Gerard und Germain schienen dem Bariton Michael Hoffmann auf den Leib geschrieben. Er sorgte durch sein humorvolles Spiel auch für die meisten Lacher beim Publikum. Der Tenor Sebastian Schmid, jung und von stattlicher Statur, verkörperte die beiden Liebhaber Floricourt und Florval. Er outrierte ein wenig zu stark und hatte auch mit den höheren Passagen manche Not. Die Mezzosopranistin Ursula T. Maxhofer-Schiele gab eine köstliche Modehändlerin und als trauernde Witwe eine verführerische Madame Leblanc. Wie familiär die Atmosphäre im Stadttheater Neuburg ist, konnte man auch daran erkennen, dass die ‚stummen’ Gehilfinnen der Madame Soufflot von zwei netten jungen Mädchen, Katharina Stork und Sophie Labitzke, gespielt wurden, die vor Vorstellungsbeginn das übrigens ausgezeichnet gestaltete Programmheft zum Kauf anboten. Das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München wurde von Alois Rottenaicher mit sicht- und hörbarem Engagement geleitet. Für die blendend gespielten, musikalisch äußerst reizvollen Ouvertüren der beiden Opern gab es verdienten Applaus. Das Publikum, das auch mit spontanem Szenenbeifall nicht geizte, feierte am Schluss das Ensemble und den Dirigenten minutenlang.

Udo Pacolt in DER NEUE MERKER (Wien), August 2009

Neuburg an der Donau ist eine sehenswerte Renaissance- und Barockstadt mit einem wunderschönen kleinen Biedermeier-Stadttheater, und wenn dort im Sommer Horst Vladar und seine Truppe für zwei Wochenenden die Saison der „Neuburger Kammeroper“ eröffnen, strömen Kenner aus ganz Deutschland und dem nahen Ausland herbei, um – wie seit nunmehr 40 Jahren – sich verzaubern zu lassen von einer jener dem Archivschlaf entrissenen Opernkostbarkeiten, mit denen Vladar sein Publikum zu überraschen pflegt. Ein kleines, feines Festival im Reigen der großen Festspielereignisse, das längst seine feste Besucherschar, zu denen auch ein norddeutscher und nicht zuletzt Bremer Stamm gehören, gefunden hat. Und doch auch immer noch so etwas wie ein Geheimtipp, den man eigentlich gar nicht so gern preisgibt, um das intime Ambiente der Veranstaltung nicht zu gefährden.
… Horst Vladar, der mit viel Spielfreude auch die beiden Bassbuffo-Rollen übernommen hat, inszeniert mit Augenzwinkern in dem von Ulrich Hüstebeck wieder einmal fantasievoll ausgestalteten, leicht verwandelbaren Bühnenbild. Alois Rottenaicher leitet mit Esprit das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München, und von den Solisten bleiben besonders der hübsche, bewegliche Sopran von Yvonne Steiner und der aparte Mezzo von Elžběta Laabs im Ohr. Wenn am Ende … die Sänger im Namen der Autoren um Verzeihung bitten, dann wird das ihnen vom Publikum mit langanhaltendem dankbaren Beifall gewährt für einen unterhaltsamen Opernabend.

Gerhard Asche in WESERKURIER (Bremen), 10. August 2009

Wieder einmal hat Horst Vladar dem getreuen Publikum der Neuburger Kammeroper zwei glänzende aber leider vergessene Perlen geboten. Wie immer standen „Mitwirkende des Orchesters des Akademischen Orchesterverbandes München“ unter der Leitung von Alois Rottenaicher. In „Un quart d’heure de silence“ dürfen Tochter und Zofe des Herrn d’Argon ihre Geliebten nur heiraten, wenn sie eine Viertelstunde Schweigen durchhalten. … In „Le grand deuil“ haben zwei verliebte Paare auch Probleme, von einer Tante und einem Onkel die Zustimmung zur Hochzeit zu erhalten. Am 31. Juli, 1. und 2. August 2009 werden diese sehr ansprechenden Werkchen in Neuburg an der Donau nochmals aufgeführt.

(aus dem Flämischen von Annette Vladar)
W. V. (30.07.2009) zu lesen bei: OPERAGAZET  (Belgien) – Rezensionen
http://www.operagazet.be/index.htm

… Das ist hübsch anzuschauen in der Kulisse des erfahrenen Kammeroper-Bühnenbildners Ulrich Hüstebeck. … Noch bevor sich der Vorhang hebt, klangvolle Pracht! Ungeheuer vollmundig spielen die Mitglieder des Orchesters des Akademischen Orchesterverbandes unter der Leitung von Alois Rottenaicher auf, ungeheuer präzise setzen sie Gaveaux’s Fülle des Wohllauts um. Das wird auch in der zweiten Oper so bleiben, in der das gleiche Darsteller-Ensemble sich in einem düster pittoresken Trauerhause wieder findet. Und passt deshalb wunderbar zu dessen Auftritt. Denn selten hörte man das vertraute professionelle Sänger-Team (Yvonne Steiner, Elzbeta Laabs, Sebastian Schmid, Michael Hoffmann, Horst Vladar und Ursula Maxhofer-Schiele) so tadellos singen. Ein Genuss: Aller schauspielerische Leistung! Als Komödianten erster Klasse erweisen sich Hoffmann und Schmid, letzterer in einer hochkomischen Rolle als liebeskranker Neffe, während Steiner und Laabs als lebhafte junge (Dienst-)Mädel brillieren. Und Vladar und Maxhofer-Schiele punkten als altes, streitsüchtiges Ehepaar, das sich verwitwet wähnt und noch einmal auf Freiersfüßen wandelt. Junges, lebendiges Opernspiel in liebenswert altmodischer Opernregie – auch diesmal.

Karin Derstroff in DONAUKURIER (Ingolstadt, 27.07.2009

… „Bitte verzeihen Sie uns allen, die Autoren sind dran schuld.“ Dienstmädchen Finette (Yvonne Steiner) wendet sich ans Publikum im Stadttheater. … Doch da gab es nichts zu verzeihen. Die beiden Opera-comique-Einakter …, die Annette und Horst Vladar den Archiven entrissen und für die Neuburger Kammeroper bearbeitet haben, sind überaus gelungen. Alois Rottenaicher (musikalische Leitung), Horst Vladar (Inszenierung) und Ulrich Hüstebeck (Bühnenbild) schufen ein Gesamtkunstwerk, das man in keinem Detail verändert sehen möchte. Der Akademische Orchesterverband München bot den sechs Gesangssolisten die verlässliche instrumentale Grundlage zur Entfaltung ihres Spiels. … (Namen) …beeindruckten durch ausgewogene Bühnenpräsenz, mitreißende Leichtigkeit und sehr gute Verständlichkeit. Charmant und bezaubernd setzten sie die Verwirr- und Intrigenspiele … um. „Hat es Ihnen gefallen?“, fragte Finette am Ende. „Und wie!“, erwiderte das Publikum mit minutenlangem, begeistertem Applaus.

Barbara Sagel in AUGSBURGER ALLGEMEINE ZEITUNG, 27.07.2009

… „So etwas Hinreißendes habe ich lange nicht mehr gesehen“, war im Premierenpublikum der Neuburger Kammeroper am Wochenende zu vernehmen. … große Begeisterung. Das liebevoll und detailreich gestaltete Bühnenbild, ansprechende Kostüme, erfrischende choreografische Elemente, die musikalische Umsetzung durch die Mitglieder des Akademischen Orchesterverbandes München unter Leitung von Alois Rottenaicher sowie die sechs überaus spielfreudigen und stimmgewaltigen Gesangssolisten machen das diesjährige Projekt wieder zu einem besonderen kulturellen Ereignis.

Bks in NEUBURGER RUNDSCHAU, 27.07.09

 



Die 41. Spielzeit (2009) ist erfolgreich zu Ende gegangen!


 

DIE GROSSE TRAUER

(LE GRAND DEUIL, Paris  1801)
Opéra comique in einem Akt
von Charles Guillaume Etienne unter Mitarbeit von Jean Baptiste Charles Vial
Übersetzung und Bearbeitung von A. und H. Vladar
 

Musik von Henri Montan Berton (1767 – 1844)

 
Personen:
 
Monsieur Leblanc H. Vladar
Madame Leblanc, seine Gattin      U. T. Maxhofer-Schiele
Hélène, Nichte der Mme. Leblanc    E. Laabs
Florval, Neffe von M. Leblanc, in Hélène verliebt S. Schmid
Germain, sein Diener M. Hoffmann
Finette, Dienstmädchen der Mme. Leblanc Y. Steiner

                                                             
 
Die Oper spielt auf dem Land, im Haus des M. Leblanc.

Was geschieht, wenn man sich nach Jahren voller Zank und Streit plötzlich für verwitwet hält? Manche glauben dann, das Leben beginne von vorne und das jugendliche Feuer erwache von neuem. Clevere junge und kluge Leute wissen die Situation für sich zu nutzen.
 
UND
 

EINE VIERTELSTUNDE SCHWEIGEN

(UN QUART-D’HEURE DE SILENCE, Paris 1804)
Opéra comique in einem Akt
von P. Guillet
Übersetzung und Bearbeitung von A. und H. Vladar
 

Musik von Pierre Gaveaux (1760 – 1825)

 
Personen:
 
M. d’Argon H. Vladar
Christine, seine Tochter   Y. Steiner
Floricourt, sein Neffe, in Christine verliebt   S. Schmid
Gerard, sein Diener   M. Hoffmann
Lisette, Dienstmädchen und Vertraute der Christine E. Laabs
Madame Soufflot, Modehändlerin U. T. Maxhofer-Schiele
   
Die Oper spielt auf dem Land.

Was macht man als Vater, wenn man dem Glück der Tochter nicht im Weg stehen, andererseits nicht ganz allein bleiben will? Man denkt sich eine Wette aus, deren Ausgang man vorhersieht und hat so alle Trümpfe in der Hand.

 
Musikalische Leitung: A. Rottenaicher
Inszenierung: H. Vladar
Bühnenbild: U. Hüstebeck
Korrepetition/Assistenz: Christoph-Johannes Eichhorn


 

                                                        

 
                                        
 

Henri Montan Berton

(* 17. September 1767 in Paris; † 22. April 1844 ebd.) war mit 13 Jahren schon Geiger an der Oper und begann auch früh zu komponieren. Während der Revolutionszeit versuchte er sich im neu aufgekommenen Genre der dramatischen Rettungs- und Befreiungsoper. Im Jahre 1795 erhielt er eine Professur am Pariser Konservatorium und unterrichtete dort Harmonielehre. 1807 wurde er Kapellmeister an der Komischen Oper. Zwei Jahre später leitete Berton den Chor an der Grand Opéra. 1817 kehrte er wieder an das Konservatorium zurück und erteilte nun auch Seminare über das Komponieren.

Bertons Kompositionen umfassen 48 Opern, darunter LE GRAND DEUIL (Paris  1801), 4 Ballette, 5 Oratorien, Kantaten, kirchliche Messen und Instrumentalwerke. Seine 1823 gezeigte Oper „Virginie“ zählt zu den Glanzstücken seines Schaffens. Die Bühnenwerke des Komponisten gelten als Vorläufer der Romantik.

Im Standardwerk „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ heißt es u. a. „Berton fand zu einem Stil, der zwei Forderungen gerecht wurde, denen der Komponist zeitlebens treu blieb: Geschlossenheit des Werkes und eine feinsinnige psychologische Zeichnung.“



                                       
 

Pierre Gaveaux

(* 9. Oktober 1760 in Béziers; † 5. Februar 1825 in Charenton bei Paris) trat im Alter von 7 Jahren in den Sängerchor der Kathedrale seiner Vaterstadt ein, lernte bei Franz Ignaz Beck, nahm eine Stelle als Chorführer am Theater in Bordeaux an, ging als Solist nach Montpellier und wurde 1789 als erster Tenor am Théâtre de Monsieur, der späteren Opéra comique, in Paris angestellt, wo er bis zu seiner Pensionierung 1812 als Komponist, Sänger und Darsteller wirkte. Er hinterließ 35 dramatische Werke (Opern, Operetten, Ballette). Unter seinen Opern wurden v. a. L'Amour filial (1792), Léonore ou l’Amour conjugal (1798), deren Text später durch Beethovens Fidelio berühmt wurde, UN QUART-D’HEURE DE SILENCE (Paris 1804), Le Bouffe et le tailleur (1804) und L’Échelle de soie (1808) bekannt. Auch veröffentlichte er eine Sammlung italienischer Kanzonetten und französischer Romanzen. Später von einer Geisteskrankheit befallen, musste er in eine psychiatrische Anstalt bei Paris gebracht werden, wo er am 5. Februar 1825 in vollkommener geistiger Umnachtung starb.

Im Standardwerk „Die Musik in Geschichte und Gegenwart“ heißt es u. a.: „Als Komponist von Opéras comiques orientierte sich Gaveaux stilistisch am Vorbild Pergolesis. Bekannt war er vor allem durch die Komposition leichter bzw. sentimentaler, unmittelbar wirkender Chansons.“
 

 

 

 

2008

Der Fächer

(Il Ventaglio)

Komische Oper nach C. Goldoni von Domenico Gilardoni (1798 - 1831)

Musik von

Pietro Raimondi (1786 - 1852)

Uraufführung am 22. Januar 1831 im Teatro Nuovo in Neapel



Aufführungen am 26. und 27. Juli und am 01., 02. und 03. August 2008

„Keineswegs ist ‚Il Ventaglio’ eine retrospektive Oper: Sie ist ein reifes Beispiel einer Italienisch/Neapolitanischen Opera buffa. Bessere Kenntnis von Werken dieses Genres kann uns dazu zwingen, die historischen Mythen über die Entwicklung der Italienischen Oper zu überdenken, die zu eng verbunden sind mit der umjubelten Aufnahme der Kunst Verdis.“ (Philip Gossett von der University of Chicago.)

Die spielerische Geschichte handelt von einem Fächer, der mehrmals seinen Besitzer wechselt, so dass die Ausführenden immer neue Pärchen bilden, wodurch die klatschenden Dorfbewohner allerhand zu tun bekommen. Die wichtigsten Rollen in diesem amüsanten Werk wurden gespielt von der Sopranistin Yvonne Steiner als reizende Barbarina, dem Bariton Rainer Weiß als Graf Roccamonte, dem iranischen Tenor Baram Gandje als Baron Cedro und dem Tenor Sebastian Schmid als Don Evaristo. Für die kleineren Partien waren die üblichen Mitwirkenden wie immer gut in Form, mit Namen: die Mezzosopranistin Elzbieta Laabs, die Sopranistinnen Ursula T. Maxhofer-Schiele und Ulrike Jöris, der Bariton Michael Hoffmann, der Bassist Horst Vladar und die Tenöre Tjark Baumann und Elmar Goebel. Beim Fallen des Vorhangs gab es beinahe kein Enden der Beifallsbezeugungen aus dem vollen Zuschauerraum. (OPERA GAZET – REZENSION [Belgien])

„Fast das gesamte Kleinstadtpersonal … wird in die scheinbar so pikante und von Regisseur Horst Vladar amüsant und temporeich eingerichtete Angelegenheit hineingezogen. … Das Werk wird beherrscht von kunstvoll aufgebauten Ensembles, die in einem wundersam stimmungsvollen und vom Dirigenten Alois Rottenaicher gekonnt in der Schwebe gehaltenem Undecimet für elf Solostimmen und Chor kulminieren.“ (Gerhart Asche in OPERNWELT – Berlin – September/Oktober 2008)


Bilder der Aufführung finden Sie hier >>

 2007

 

DER HUND DES GÄRTNERS
(LE CHIEN DU JARDINIER)

Opéra-comique in 1 Akt
Uraufführung 1855 in Paris (Opéra.Comique, Salle Favart)

und

GUTE NACHT, HERR PANTALON!
(BONSOIR, M. PANTALON!
 
Opéra-comique in 1 Akt
Uraufführung 1851 in Paris

von Albert Grisar

 

Dank Veranstaltern wie der Neuburger Kammeroper wird dem Publikum die Möglichkeit geboten, ausgewählte Raritäten aus Europas kultureller Schatzkiste zu sehen und zu hören.
Es freut mich sehr, dass Albert Grisars komische Opern „Der Hund des Gärtners“ und „Gute Nacht, Herr Pantalon!“ heuer wieder einmal auf dem Spielplan stehen. Ich hoffe, dass die Aufführungen im Juli in Neuburg das Interesse für andere Kompositionen wecken, die in verschiedenen Archiven in ganz Europa schlummern und darauf warten, dass ein beherzter Operndirektor oder ein visionäres Unternehmen beschließt, das Publikum an Europas Vielfalt teilhaben zu lassen.

Brüssel, den 29.06.2007
José Manuel Barroso
Präsident der Europäischen Kommission
(Aus seinem Grußwort)

 

Horst Vladar, der unermüdliche Ausgräber von meist seit langem vergessenen Perlen, hat wieder dafür gesorgt, dass die treuen Besucher der Neuburger Kammeroper einen herrlichen Opernabend erleben konnten. Es ist wirklich unbegreiflich, dass diese beiden Werke seit fast hundert Jahren nicht mehr auf den Bühnen erschienen – trotz des großen Erfolges bei der Uraufführung und unmittelbar danach. (…)

Wie seit vielen Jahren hatte Alois Rottenaicher die musikalische Leitung, der das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München fest in der Hand hatte. Für eine handfeste Regie sorgte Horst Vladar, der auf schöne Bühnenbilder von Ulrich Hüstebeck bauen konnte. In „Le Chien du Jardinier“ werden die Rollen szenisch und stimmlich sehr vortrefflich ausgefüllt durch den Bariton Michael Hoffmann als junger reicher Bauer Justin, den Tenor Christof Breitenmoser als François, ebenfalls ein reicher Bauer, den schönen Sopran von Yvonne Steiner als junge reiche Bäuerin Catharine und den Mezzosopran Elzbeta Laabs als das junge Mädchen Jeannette. Diese vier Solisten waren auch in „Bonsoir Monsieur Pantalon!“ dabei als Pantalon, Lelio, Colombina und Isabella. Weiter agierten der Bass Horst Vladar himself als Tiritofolo und der Mezzosopran Ursula T. Maxhofer-Schiele als seine Gattin Lucrezia. (…) Herr Vladar, wir danken Ihnen herzlich für eine wieder einmal spritzige Vorstellung, die Sie uns bescherten.


W. V. (28.07.2007)
OPERA GAZET – RECENSIES
(aus dem Flämischen übersetzt von A. und H. Vladar)


Ein besonders wertvoller Mosaikstein im Kulturkalender der Stadt Neuburg an der Donau sind die jährlichen Aufführungen der Kammeroper. (…) Einmal mehr konnten jetzt die aktuellen Produktionen (…) ein weit über die Region hinaus angereistes Publikum beeindrucken. (…) Im reizvollen Ambiente des schmucken Biedermeier-Theaters der Ottheinrichstadt, vor schlichten, aber dennoch glänzend ausgestatteten Kulissen, zelebrierten die Akteure unter der Regie von Horst Vladar einen Operngenuss der gewollt leichten Art. Die Solisten des Abends – Yvonne Steiner, Elzbeta Laabs. Ursula T. Maxhofer-Schiele, der humorvolle Michael Hoffmann, der sensibel wirkende Christof Breitenmoser, Horst Vladar als launiger Doktor – beeindrucken allesamt durch starke Bühnenpräsenz, die sich stimmlich wie auch in Ausstrahlung und Gestaltung manifestierte. Alois Rottenaicher, Leiter des Akademischen Orchesterverbandes München, führte mit viel künstlerischem Feingefühl durch die Partitur. Das Orchester dominierte vor allem in den schnellen Tutti-Passagen und bestach durch eine meist einfühlsame und stimmige Untermalung der Soloparts. (…)

 Johannes Seifert in: Augsburger Allgemeine, 23.07.07
 

Man muss schon eine ganze Weile suchen, bis man ihn in einem der heute gebräuchlichen Opernführer findet. Dabei hat der in Antwerpen geborene, später in Paris erfolgreiche Albert Grisar (1808 – 1869) immerhin achtzehn Bühnenwerke geschrieben. Zwei von ihnen brachte jetzt die für ihre Entdeckerfreude bekannte Kammeroper in Neuburg an der Donau im Rahmen eines Einakterabends heraus, und man staunte wieder einmal, was da so alles an Wertvollem bisher in den Archiven schlummerte.

(…)

Die Inszenierung, von Horst Vladar mit leichter Hand in Ulrich Hüstebecks anmutiges Bühnenbild gezaubert, findet die richtige Mischung zwischen dem mehr auf psychologisches Kammerspiel gestellten ersten Stück und der teilweise ans Irrwitzige grenzenden Situationskomik des zweiten. Dazu ein Ensemble zumeist ganz junger Sänger, das mit frischen, unverbrauchten Stimmen (und technisch teilweise erstaunlich gut gerüstet) dem Abend sein Gütesiegel aufprägt, ebenso wie die unter Alois Rottenaicher in bewährt zupackender Manier aufspielenden Musiker des Akademischen Orchesterverbandes München. Nach gut zweieinhalb Stunden verlässt man das hübsche Neuburger Biedermeier-Stadttheater mit einem Lächeln auf den Lippen.
Gerhart Asche in OPERNWELT (Berlin), September 2007



„Der Hund des Gärtners“ ist eine fein gezeichnete, etwas naive Liebeskomödie im ländlichen Mileau, das sich musikalisch im lyrisch-pastoralen Grundton widerspiegelt. Handfester dagegen die in Venedig spielende Verwechslungsfarce „Gute Nacht, Herr Pantalon!“, deren aberwitzige Situationskomik sich in einem Reigen zündender Melodien entlädt, in denen sich der Geist der italienischen opera buffa mit frankophilem Esprit kreuzt. Beide Werke, von Alois Rottenaicher kompetent dirigiert, serviert Vladar in den ausgesprochen hübschen Bühnenbildern von Ulrich Hüstebeck. Zur Verfügung steht ihm ein treffsicher besetztes Ensemble. Yvonne Steiner und Elžběta Laabs vereinen stimmliche Frische, Natürlichkeit und jugendliche Erscheinung. Dem leichten Tenor Christof Breitenmoser nimmt man den etwas einfältigen Dorfbeau des ersten Stückes ebenso ab wie den ungestümen Liebhaber im zweiten, und Michael Hoffmann beweist als reicher Landmann und trotteliger Kaufmann Wandlungsfähigkeit. Ihren großen komödiantischen Erfahrungsschatz steuern Vladar selbst und Ursula T. Maxhofer-Schiele im „Pantalon“ bei. 2008 wird die Neuburger Kammeroper 40. Keine Frage, dass sich Horst Vladar zum Jubiläum etwas Besonderes einfallen lassen wird.
Karin Coper in ORPHEUS (Berlin), 11 + 12  2007

 

Bilder der Aufführung finden Sie hier >>




2006

   
Der Kampf der Geschlechter
(Ogus ossia Il trionfo del bel sesso)
Dramma giocoso per musica


von
Giovanni Bertati

(1735 – 1815)

Musik von
Peter von Winter
(1754 – 1825)

Uraufführung in Prag 1795
Übersetzung und Fassung von A. und H. Vladar (2005)
     

Die Fürstin Mara hat mit Gleichgesinnten - der Bevormundung durch die Männergesellschaft überdrüssig - die Stadt Gynopolis gegründet. Man ist gerade dabei, den Jahrestag zu feiern, als eine Schreckensnachricht kommt: Der als Frauenhasser bekannte Fürst Ogus eile mit seinen Tartaren herbei, um die „Naturordnung“ wieder herzustellen. Der „Kampf der Geschlechter“ wird mit den geschlechtsspezifisch unterschiedlichen Waffen geführt. Wer wird wohl siegen?
 

Pressestimme:

Vladar verstand es glänzend, einerseits das Textbuch pfiffig und gewitzt für heutige Zeiten angemessen einzurichten, andererseits in seiner Inszenierung die Balance zu halten zwischen dramatischen und lyrischen Elementen und zwischen ironischer Distanz und emotionaler Einfühlung. So gelingt der Kammeroper eine temporeiche, von der Spielfreude des Ensembles und den diesmal praktisch permanent präsenten und geforderten Chören getragene Wiedergabe, die szenisch wie musikalisch zu begeistern weiß. – Peter von Winters erstaunlich variable Handhabung der Arien, sein versierter Umgang mit den verschiedensten Ensemblebesetzungen und seine überaus vielseitige, originale und ausgereifte Instrumentierung können so, nicht zuletzt Dank des ausgefeilten und schwungvollen Spiels der Mitglieder des Akademischen Orchesterverbandes München unter der Leitung von Alois Rottenaicher prächtig zur Geltung kommen. Das Bühnenbild von Ulrich Hüstebeck schafft es vortrefflich, den meist sehr personalintensiven Auftritten Raum und Stimmung zu geben, wobei die kleine Bühne ungeahnte Weiten und Tiefen gewinnt.

(Donaukurier Ingolstadt) 24.07.06


 

2005

   
Das Recht des Lehnsherrn
(Le droit du seigneur)
von F. G. Desfontaines und Laval

Musik von J. P. E. Martini
(*1741 in Freystadt i. d. OPf. - †1816 in Paris)

Fassung und Übersetzung nach der Partitur und einem dt. Textbuch aus Oels (o. J.) für die Neuburger Kammeroper von Annette und Horst Vladar (2004)

     

Als Beitrag zum Neuburger Festjahr – das Herzogtum Junge Pfalz Neuburg hat 500. Geburtstag - brachte die Neuburger Kammeroper die Inszenierung "Das Recht des Lehnsherrn"

"Martinis Musik ... sprüht vor allem in den Details vor Originalität und Verspieltheit. .... Mit entsprechendem Augenzwinkern führt Alois Rottenaicher das Orchester des Akademischen Orchesterverbandes München durch schwungvolle drei Akte. .... Vladar zeichnet einen hübsch anzusehenden Bilderreigen, der zusätzlich von Ulrich Hüstebecks sonnigem Bühnenbild profitiert. Die nahtlos eingefügten Dialogpassagen sind durchweg witzig, wobei sich besonders Elmar Goebel als lateinische Sentenzen dreschender Amtsvogt hervortut. Komödiantisches Talent beweisen auch Michael Hoffmann als frecher Freund des Bräutigams sowie Ulrich Löns und Karl-Heinz Ottinger als ein klein wenig tollpatschige Dienerschaft. In Erinnerung bleiben weiter die sauber eingerichteten Massenszenen mit über 30 Beteiligten, die der Chor auch stimmlich hervorragend meistert." - Donaukurier Ingolstadt, 2. August 2005


 

2004

   
Satirische Oper in zwei Akten von Angelo Anelli (1761 - 1820)
Musik von Niccolo Antonio Zingarelli (1752 - 1837)
Der geraubte Eimer (La secchia rapita)

     

Bei einer der vielen Streitereien zwischen den Städten Bologna und Modena nehmen die siegenden Modeneser außer hübschen Mädchen auch einen alten Holzeimer als Trophäe mit. Mit den Bologneser Doktoren, die in Modena erscheinen, um Bedingungen für einen Frieden auszuhandeln, wird man sich wegen der Mädchen bald einig.

Der Holzeimer aber bleibt noch lange Auslöser für weitere Auseinandersetzungen.

„ .... ein Lehrstück in Sachen neapolitanischen Opernstils, und ein höchst unterhaltsames dazu. ...... wie überhaupt die achtköpfige Ensembleliste eine homogene Qualität aufweist ..... Was sich hier – so konstatiert man – auch in diesem Sommer wieder abspielt, ist junges, pulsierendes, lebendiges Musiktheater. In die Jahre gekommen ist die Neuburger Kammeroper nur, was die Zahl der mittlerweile bewältigten Produktionen angeht.“

(Gerhart Asche in „opernwelt“ 9/10 2004)

 

2003

   
Komische Oper von G. de Gamerra
Musik von Joseph Weigl (1766-1846)
Strandgut (L´amor marinaro oder Il corsaro)

     

"STRANDGUT ..... flott neu bearbeitet, verweist auf beste klassische Tradition, beherzigt die glänzende Nummer der alten Buffo-Oper, besticht mit durchwobenen Ensembles, kennt aber auch schon die handlingstreibende Nummer." Augsburger Allgemeine 21.07.03

"Wir sind Horst Vladar sehr dankbar, dass er uns mit diesem herrlich komischen Werk Bekanntschaft machen ließ. ... Wie immer war der behagliche Theatersaal des Neuburger Stadttheaters ausverkauft und es gab einen begeisterten Erfolg beim Fallen des Vorhangs." (übersetzt aus dem Flämischen) operagazet (im Internet) 26.07.03


2002

   
Johann Gottlieb Naumann - Catarino Mazzolà
Die wehrhafte Dame (La dama soldato - 1791)

     

Naumanns Name steht zwischen Hasse und C. M. von Weber für einen eigenständigen Dresdener Stil am Ende des 18. Jhd. "Der Aufwand lohnt für den Komponisten Johann Gottlieb Naumann. Seine Musik erweist sich auf der reifen Höhe der Klassik …" (Augsburger Allgemeine)
"Wie immer in Neuburg ist diese Ausgrabung ein Gewinn sogar für rartitätengesättigte Experten." (OPERNWELT, Sept./Okt. 2002)
"Wie immer war die Regie von Horst Vladar sehr lebendig und flott, dabei von den flink angepassten Bühnenbildern von Ulrich Hüstebeck unterstützt. (…) das homogene Ensemble dieser Aufführung (…) empfing starken und lange anhaltenden Applaus von einem vollen Haus Getreuer."
(Internet-Zeitung - Belgien)


 

2001

   
Florian Leopold Gassmann - Giovanni Gastone Boccherini
Eine feine Gesellschaft (La Casa di Campagna - 1773)

     

Fl. L. Gassmann (1729-1774) gilt als Wegbereiter der Wiener Klassik. Einige seiner Opern wurden gerade in letzter Zeit wieder mit großem Erfolg aufgeführt. So hieß es auch zur Produktion der NKO u. a.: "Ein höchst außergewöhnliches wie bemerkenswertes Bühnenstück, das jeder modernen Soap Opera Ehre machte." (Augsburger Allgemeine)
"…bewies erstaunliche Modernität. Textlich wie musikalisch ist das Stück von hohem Reiz. Initiator und Regisseur Horst Vladar kostete alle Bosheiten liebevoll aus und hielt das Werk in ironischer Schwebe, während die Sängerschar vor allem durch glaubhaft eingesetzte Stimmcharaktere fesselte … ein rundum vergnüglicher Abend" (Crescendo)

 

2000

   
Louis Spohr - J. J. Ihlée nach J.-Fr. Marmontel und
P. C. Nivelle de la Causée
Zemire und Azor (1819)

     

Der klassizistische Romantiker Spohr ist vor allem durch seine Violin- und Kammermusik heute noch des öfteren zu hören. Seine Bühnenwerke sind zwar dem Namen nach bekannt, aber selten zu sehen. "Zemire und Azor" erzählt die alte Geschichte von der "Schönen" und dem "Ungeheuer". "Das Stück entpuppte sich als echte Wiederentdeckung, als eine romantische Zauberoper par excellence mit Waldweben und Geisterchören, groß dimensionierten Ensembles und dankbaren Gesangspartien.
… Horst Vladar gibt in seiner Inszenierung dem Märchen, was des Märchens ist, mit Bühnenzauber und Naivität, mit hübscher komödiantischer Feinzeichnung der Buffofiguren und heroischem Gestus des Liebespaares. (Opernwelt 9/10 2000)

Datenschutzerklärung